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"ZeitGEISTERFAHRER" 2010    Material-Collage ( Durchmesser 110 cm)

                                                      Mattlack auf Holz, Plexiglas und Stoff



Dieses Kunstwerk entstand zum Thema "ZEITGEISTerfahrer"

anläßlich der Ausschreibung des "Oberhachinger Kunstpreises 2010".




Was ist der "Zeitgeist" unserer Generation?

Demokratie - Meinungsfreiheit - Gleichberechtigung - Chancengleichheit - aktives und passives Wahlrecht - Achtung der Persönlichkeit anderer ...


"ZEITGEISTerfahrer" oder "ZeitGEISTERFAHRER"?


Grundlage meines Kunstwerkes ist ein Straßenschild, das jedem von uns bekannt ist. Es signalisiert das "Verbot der Einfahrt". Wenn wir trotz des Schildes in diese Strasse einfahren, werden wir zum Geisterfahrer.

Auf dem Mittelbalken meines Schildes befindet sich ein Reliquienschrein mit einem bestickten Tuch ("Ich bin der gute Hirte - und kenne die Meinen ... und die Meinen kennen mich", Originaltuch für einen privaten Hausaltar, ca. 150 Jahre alt), diese Symbole lassen uns sofort an die katholische Kirche denken.


Entspricht die katholische Kirche noch unserem Zeitgeist?

Die altmodischen Worte auf dem Tuch, aber auch viele alte Bibeltexte, die einem vollständig anderem Zeitgeist entsprungen sind, sind oft schwer für uns zu erfassen.


Um uns diese Worte zugänglich zu machen, brauchen wir gute Priester, die die darin enthaltenen Ideen und Gedanken in unseren aktuellen Zeitgeist einbinden können.

Doch dürfen diese Priester in unserer Demokratie nicht einmal selbst entscheiden, ob sie neben ihrem ausgefüllten Berufsleben einer Ehe und Familie noch gerecht werden, oder ob sie sich lieber voll und ganz ihrer Berufung widmen. Eine Entscheidung, die jedem erwachsenen Menschen in unserer Kultur zusteht und die unsere "Prediger" auch mit zwei Beinen ins wirkliche Leben stellen würde.

Und für die Institution Kirche gilt die Demokratie nur für ihre Basis (Pfarrgemeinderat u.ä. Ämter in der Gemeinde), nicht aber für die autoritäre Hierarchiestruktur darüber, die aus Führungspersonen besteht, die von einem unverhältnismäßig kleinen Gremium Auserwählter ins Amt gehoben wird.


Was sagt die Kirche zur Gleichberechtigung? Die Frauen sind in den letzten Jahrzehnten in der Kirche zu kleineren, eingeschränkten Diensten zugelassen worden - doch wie steht es mit dem Priesteramt? Der Vatikan ist weit entfernt davon, darüber überhaupt nachzudenken und belegt die Entscheidung mit Zitaten aus der Bibel, die vor 2000 Jahren entstanden sind. Würde Jesus in unserer heutigen Zeit sich seine Jünger auch nur aus einer Schar von Männern zusammenstellen?

Die Zulassung der Frauen ins Priesteramt würde ebenso, wie die Aufhebung des Zölibats einer zunehmend rückläufigen Zahl an neuen, jungen Priestern entgegenwirken.


Über die Achtung unserer Kinder und Jugendlichen als eigenständige Persönlichkeit lassen sich, angesichts der im letzten Jahr sich mehrenden Berichte in den Medien, fast keine Worte finden. Die Kirche macht sich zwar nicht als einzige Institution dieser Vergehen schuldig, da auch andere Personen in öffentlichen und privaten Internaten und Schulen ihre Machtstellung den Schülern gegenüber missbraucht haben. Jedoch ist eine wesentliche Grundlage der katholischen Religionslehre die Nächstenliebe. Deshalb ist es umso unverständlicher, warum so etwas auch in kirchlichen Institutionen und in so junger Vergangenheit noch geschehen kann.

Die katholische Kirche ist schließlich der größte Verfechter für das noch ungeborene Leben und noch heute wird besonders auf Kontinenten, wie Afrika gepredigt, dass die Verwendung von Verhütungsmitteln eine Sünde sei - um so mehr muss es doch dann oberstes Gebot sein dieses geborene Leben zu respektieren!


Doch je mehr Geschehnisse und Unruhen innerhalb der katholischen Kirche die Menschen aufrüttelt, desto mehr fühlt sich die "Institution" Kirche gezwungen, wieder mehr Disziplin und Gehorsam einzufordern - sie hat auf unserer Einbahnstrasse des Lebens nicht nur angefangen "anzuhalten", sondern signalisiert deutlich auf dieser Strasse auch zu "wenden".


In unserer Demokratie steht es uns natülich zu, aus dieser Kirche auszutreten.

Das ist der bequemste Weg!

Doch verhält es sich hier ähnlich, wie mit unserem Wahlrecht.

Nicht teilnehmen bedeutet immer noch, auch nichts verändern zu können!

Barbara Leib | design@barbara-leib.de